Kohle für an Kindermörder

Manche Leit san wirklich dreist,
wie des Gschichtl do beweist.
Doch wurd ma nie a Mensch gewahr,
der dreister wie da Gäfgen war.

 Es gibt zwoa Sochn, de passn net zom:
auf großen Fuaß lebm und koa Kohle net hom.
So denkt er se, wie des Bare föht:
„Erpress ma hoit a Lösegöd.“

 As passende Opfer, oans des se net wehrt,
is a Bua vu an Banker, der is jo wos wert.
Doch wie de Eltern an Erpresserbriaf seng,
is um eanan Buam scho gscheng.

 Da Voda zoit, weil er an Buam wieder wü,
doch vu der Hoffnung bleibt leider net vü.
Da Gäfgen hot se an Buam scho entledigt,
jetzt woit er in Urlaub, vielleicht noch Venedig.

 Am Flughafn hamsn dann dawischt,
in der Hoffnung, dass er geständig ist.
Verhört wird er, bis de Stimme bebt,
olle hoffen, dass da Jakob nu lebt.

 Doch da Gäfgen sogt nix, er bleibt stur.
An Polizeivizepräsi reisst de Huatschnur:
„Sogn ma eam, eam wird oane druckt,
wenn er an Buam net aussaruckt.“

 Des hat gwirkt, und des net zweng,
a Vogerl host nu nie so singa gseng.
Er fangt as vazöhn o, da Polizist wird bleich:
„Gehts owe zum Weiher, do find’s donn sei Leich.“

 Lebenslang sogt des deutsche Recht,
dassd de Gschicht beenden mechst.
Doch da nächste Akt wird wirklich hart:
da Gäfgen hot a Klage parat.

 Er is as Opfer und psychisch voi down,
weil dKiwara gsogt ham, dassn haun.
Jetzt klogt er a Göd vum Bundesland Hessen,
sogar jetzt is er nu auf Bares versessen.

 Da Wahnsinn is donn, er kriagt Recht,
Hessen sechs violette Scheine blecht.
A Gäfgen derf se do net geniern,
für an Kindermord glei zwoamoi kassiern.

 Ein Prosit auf das deutsche Recht,
des an Gäfgen schier gar helfen mecht.
Er woa jo Opfer vu an Vergehn,
zruck bleibm zwoa Eltern, de de Wöd net verstehn.

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