Die Vampirprinzessin aus Krumau – Eleonore von Schwarzenberg

Die Vampir-Geschichte, wie wir sie aus „Dracula“ kennen, geht nicht auf einen transsilvanischen Grafen zurück, sondern auf eine österreichische Prinzessin. Ursprünglich sollte der Roman anders beginnen als wir ihn kennen. Dieses erst nach dem Tod des Autors zugängliche Kapitel von „Dracula“ führt nach Böhmen. Darin ist von einer österreichischen Adeligen die Rede, die mit Untoten und Wölfen im Bund steht.
Zur Zeit der böhmischen Vampirhysterie herrschte tatsächlich eine sehr eigenwillige Frau auf Schloss Krumau:

Eleonore von Schwarzenberg, geborene Lobkowitz aus Baden bei Wien. Die Archive des Schlosses Krumau zeichnen von ihr ein umfassendes Bild: Eleonore lebt nach dem Unfalltod ihres Gatten zurückgezogen auf dem Schloss, züchtet Wölfe, liebt die Großwildjagd und hat offenbar einen ausgeprägten Hang zum Okkulten.
Und sie muss ihren Zeitgenossen äußerst unheimlich gewesen sein:

Als sie 1741 an einer mysteriösen Krankheit stirbt, wird sie obduziert, was äußerst ungewöhnlich für eine Person ihres Standes ist. Die Obduktion kostet auf heute umgerechnet €90.000, was weiters äußerst seltsam ist, da im Bericht nicht einmal die Todesursache steht. Ihre Beisetzung:

Alle Mitglieder der Familie Schwarzenberg werden in der familieneigenen Gruft in der Wiener Augustinerkirche beigesetzt. Doch Eleonore wird noch am Tag ihres Ablebens nach Krumau gebracht. Auch die Umstände ihrer Beisetzung sind äußerst ungewöhnlich: Kein Vertreter höherer geistlicher oder weltlicher Würdenträger nimmt an den Begräbnisfeierlichkeiten teil. Nicht einmal Eleonore’s eigener Sohn, für den eigens ein Platz in der ersten Reihe reserviert ist.
Eleonore wird in der St. Veits-Kirche in Krumau in einer eigens für sie errichteten Grabkammer beigesetzt. Mit einer aufwändigen Konstruktion wird der Zugang zu dem unterirdischen Raum zugemauert, versiegelt und mit geweihter Friedhofserde bedeckt. Es scheint fast so, als ob es ein Verlies werden soll, damit sie nie wieder von dort unten hinaufsteigen kann.

Die Vampirhysterie nach Eleonores Tod nimmt solche Ausmaße an, dass Maria Theresia ihren Leibarzt Gerard van Swieten (das Vorbild für die Vampirjäger-Figur Abraham van Helsing aus „Dracula“) beauftragt, die Berichte von rituellen Leichenschändungen wissenschaftlich zu untersuchen. Van Swietens Resümee:

„Vampire erscheinen nur dort, wo die Unwissenheit noch herrscht.“

Auf Grund seines Berichts verfasst Maria Theresia einen Erlass zur Vampirverfolgung, der alle Abwehrmaßnahmen wie das Köpfen, Pfählen oder Verbrennen verbietet. In den Jahrzehnten danach verschwindet der Vampiraberglaube endgültig aus Europa.

 

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